Königstreue Rohrmünz haben beide gestohlenen Maibäume zeitgerecht zurückgebracht.

Am Samstagnachmittag brachten die Rohrmünzer den Maibaum zurück nach Ruhmannsfelden. (Fotos: Deiser)
Unten links:
Die neu angefertigten Zunftzeichen bringen Helfer am Maibaum an: (v. l.) Rudi Polke, Andreas Tax, Alois Bock.
Unten rechts:
Stolz und fröhlich stehen die Maibaumdiebe mit den Stammtischlern unter dem gemeinsam aufgestellten Maibaum am Gießhübl.
Ruhmannsfelden/Gießhübl. Als doppelte Maibaum-Diebe hatten sich zum Wochenende die Mitglieder des Vereins „Weiß/Blau Königstreu Bayerwald Rohrmünz“ (Gemeinde Grafling) zu erkennen gegeben: In Ruhmannsfelden und am Gießhübl waren sie erfolgreich (wir berichteten). Die Auslöse-Verhandlungen gestalteten sich unterschiedlich. Am frühen Samstagnachmittag brachten die Rohrmünzer in Begleitung der Albertinger Feuerwehr den gestohlenen Maibaum des Heimat- und Volkstrachtenvereins wieder zurück nach Ruhmannsfelden.
Im Beisein von Trachtler-Vorstand Andreas Tax und Marktbürgermeister Werner Troiber wurde die Angelegenheit diskutiert. Während man am Nachmittag noch den Eindruck hatte, es gäbe eine Auslöse für den Maibaum, sagte auf Nachfrage am Abend Vorstand Andreas Tax, dass es nichts gebe, weil es nicht traditionsgemäß war. Insgesamt ist die Angelegenheit wohl unglücklich gelaufen, weil der erste Anruf der Rohrmünzer nicht beim Vorstand Andreas Tax gelandet war. Zusätzlich wurde da bereits von „Anzeige und Polizei“ gesprochen, was die Rohrmünzer nicht verstanden haben. Beim Maibaumaufstellen am Abend schien auf den ersten Blick alles zu sein wie sonst. Zwar waren nicht so viele Besucher da, aber es war auch kein Rahmenprogramm aufgestellt worden. Insgesamt herrschte nicht die gelöste, freudige Stimmung wie sonst üblich.
Die Leute saßen an den Tischen vor „Carola’s Bistro“ oder auf den Ruhebänken am Marktplatz und zeigten durchaus kein Verständnis für die Reaktion des Trachtenvereins auf den Maibaumdiebstahl, wenngleich sie das Engagement des Trachtenvereins durchaus honorierten, wie heuer die zweite Seite des Maibaumes mit den neuen Zunftzeichen bestückt wurde, die der Trachtenverein extra anfertigen ließ. Josef Petersamer hievte den schmucken Maibaum schließlich in die Vertikale, was mit einem kräftigen Applaus belohnt wurde.
Traditionell mit „Schwaiberl“ kann der Maibaum des Trachtenvereins nämlich nicht aufgestellt werden, weil die schönen Zunftzeichen beschädigt würden. Manche der Zuschauer hätten gerne mit den Dieben gefeiert oder auch einen Obolus gegeben, um die finanzielle Belastung des Trachtenvereins auszugleichen. Nicht einmal alle Mitglieder des Trachtenvereins hießen es gut, wie die Sache gelaufen ist. Schon vor zwei Jahren, als die Marktschreier das Rahmenprogramm zum Maibaumaufstellen arrangiert hatten und der Baum von einer Gruppe Burschen aus der Nachbargemeinde stibitzt wurde, hatte der Trachtenverein eine Auslöse verweigert.
Daraufhin hatte der damals noch amtierende Marktschreiervorstand Roland Geiger die Gruppe zu Schweinebraten und Freibier bei sich zu Hause in seinem Garten eingeladen, was alle begeistert aufgenommen hatten und damit auch eine versöhnliche Lösung gefunden worden war. Vielleicht findet sich auch für den diesjährigen Maibaumdiebstahl eine ähnliche Lösung, denn ein Feiertag ist allemal ein Spaß und führt die Leute zusammen. Ganz anders am Gießhübl, einem Ortsteil von Gotteszell: Schnell einig mit den Maibaumdieben aus Rohrmünz war sich hier der „Kulinarische Stammtisch“. Fünfzig Liter Bier und eine Brotzeit waren der Preis, damit man den Maibaum am 1. Mai pünktlich um 11 Uhr wieder zurückgeliefert bekam.
Mit Hilfe der Rohrmünzer stellten die Gießhübler ganz traditionell den Baum mit „Schwaiberl“ auf. Danach ließ man sich unterm Maibaum die erste halbe Bier schmecken. Ab Mittag gab es dazu Steckerlfische und Leckerbissen vom Grill. Das ganze Dorf feierte bis spät in die Nacht hinein mit, und alle waren sich einig, „dieses Maibaumaufstellen bleibt uns noch lange in schöner Erinnerung“.
