Der König-Ludwig-Verein „Weiß/Blau Königstreu Bayerwald Rohrmünz“ feiert zehnjähriges Bestehen

– F. Eichwald
Von Josefine Eichwald
Rohrmünz. „Die Neu-Einrichtung des Königreiches Bayern bleibt ein schöner Traum zum Weiterträumen“, heißt es auf der Homepage des Vereins „Weiß/Blau Königstreu Bayerwald Rohrmünz“. König Ludwig II. sei für die Vereinsmitglieder nicht nur ein „Märchenkönig“, sondern habe in seiner realen geschichtlichen Bedeutung als König immer den Frieden im Inneren und Äußeren angestrebt. „Deshalb sind wir der Meinung, dass er auch in der heutigen Zeit als Vorbild brauchbar ist.“ Ludwig II. habe viel für Bayern getan, „all die Bauwerke und Sehenswürdigkeiten, die heute Geld bringen“, verweist Manfred Eiberweiser auf die Schlösser, von denen für ihn persönlich Herrenchiemsee mit seinem Spiegelsaal das schönste sei – neben Neuschwanstein oder Linderhof. Hans Rennberger aus Natternberg formuliert es salopp und mit einem schmunzelnden Unterton: „England hat eine Königin, wir brauchen in Bayern auch einen König und weniger das Finanzamt.“ Ein Anhänger, Anstecker und eine König-Ludwig-Armbanduhr zeigen, dass er zum Verein „Weiß/Blau Königstreu Bayerwald Rohrmünz“, einem von rund 40 König-Ludwig-Vereinen in Bayern, gehört.
Die Truppe Monarchie-Anhänger um Vorstand Sepp Knogl feiert am Wochenende, 24. und 25. August, ihr zehnjähriges Bestehen. Erwartet werden einige gleichgesinnte Vereine, unter anderem der Patenverein aus Gammelsdorf (Landkreis Freising). Anlässlich des Jubiläums haben sich die Bayerwaldler Monarchie-Freunde neue einheitliche „Leiberl“ mit aufgesticktem Königslogo anfertigen lassen.
Nach dem Bieranstich durch den Schirmherrn – Graflings Bürgermeister Willi Zißlsberger ist auch Gründungsmitglied – am Samstag um 16 Uhr sorgen ab 20 Uhr die „Zellberg-Buam“ in der 700 Personen fassenden Festhalle in Rohrmünz für Stimmung. Karten zu acht Euro gibt’s im Vorverkauf bei der Metzgerei Krönauer in Grafling und unter ☎ 0151/43268977 (Geiss Funk und KS GmbH). Ab 21.30 Uhr läuft der Barbetrieb im Partyzelt. Es wird eine kurze Nacht, denn am Sonntag spielt um 8 Uhr schon die Blasmusik beim Frühschoppen. Um 11 Uhr beginnt der Gedenkgottesdienst zum 174. Geburtstag von König Ludwig II. mit Fahnenumzug. Blasmusik von den „Brandlberger Buam“ umrahmt das Mittagessen ab 12 Uhr; danach werden Medaillen an die Gründungsmitglieder überreicht. Für die kleinen Gäste steht an beiden Tagen eine Hüpfburg bereit.
Die derzeit rund 125 Mitglieder von „Weiß/Blau Königstreu Rohrmünz“ sind zwischen 20 und 80 Jahre alt, auch ein paar Frauen finden sich darunter. Im Dezember 2009 waren es 17 Anhänger, die sich spontan bei einem Treffen auf der Knoglschen Jagdhütte als Verein zusammengetan haben, die „Gründungsurkunde“ ist ein schlichtes Blatt Papier in DIN A4. Er habe zu dieser Zeit geheiratet, erinnert sich Jürgen Gilch; aus dem Burschenverein musste er ausscheiden, deshalb wechselte er zu Königstreu Bayerwald.
Laut Satzung haben es sich die Rohrmünzer zur Aufgabe gemacht, sich ums Brauchtum und um die Heimatkunde und -pflege sowie um die Erforschung der Bedeutung Niederbayerns zur Zeit bayerischer Könige zu kümmern. Mit zu den Hauptzielen gehört es ferner, den bayerischen Dialekt zu fördern: Um „Pfiad di“ oder „Habe die Ehre“ mehr Gewicht gegen den starken hochdeutschen Einfluss zu verleihen, wurde bei Vereinsgründung ein Tschüss-Verbot ausgesprochen, was bei jedem Verstoß mit 20 Euro Geldstrafe geahndet wird.
Mit zum ungeschriebenen Gesetz der Vereins-Aktivitäten zählt der jährliche Maibaum-Diebstahl, der bislang immer von Erfolg gekrönt war. Nur beim ersten Mal war eine Anzeige von den Kandelbachern die Folge. Damals habe man den Baum ins Sägewerk gefahren und von den 100 Euro Erlös gab’s eine Brotzeit, berichtet Schriftführer Matthias Geiß. Zuletzt haben die Deggendorfer nicht richtig aufgepasst: 2018 erbeuteten die Königstreuen den Maibaum der Donaustadt, seither ist auch OB Dr. Christian Moser Mitglied, genauso wie übrigens Wissenschaftsminister Bernd Sibler.
